top of page

Südfrankreich ohne Jetset-Preise: Diese Region ist rauer, echter – und traumhaft schön

  • Autorenbild: Susanne Kremer
    Susanne Kremer
  • 5. Aug.
  • 6 Min. Lesezeit


Klares Mittelmeer mit Segelbooten in schmaler Bucht, umgeben von felsigen Bergen und grünen Bäumen unter klarem, blauem Himmel.
Calanques: Das wilde Paradies vor der Stadt

Ein echtes Naturwunder: die Calanques, fjordartige Buchten zwischen weißen Kalksteinfelsen und glasklarem Wasser.



Wenn man an Südfrankreich denkt, dann poppen sofort Bilder von Promis in St. Tropez, Designer-Bikinis in Cannes und überteuerte Fischsuppen in Nizza auf. Aber was, wenn ich Dir sage: Es gibt einen Ort in Südfrankreich, der genauso viel Sonne, Meer und Charme bietet – aber rauer, echter und vor allem viel entspannter ist?

Yachten im Hafen, dahinter Gebäude. Auf einem Hügel thront eine Kirche. Blauer Himmel, ruhige Atmosphäre.
Vieux-Port & Notre-Dame de la Garde: Marseilles stolze Silhouette

Der beste Einstieg? Ganz klassisch – mit einem Spaziergang durch den Vieux-Port, den alten Hafen. Hier tanzen die Masten im Wind, Möwen schreien über Fischkuttern, und auf dem Hügel wacht die goldene Madonna von Notre-Dame de la Garde über die Stadt.📸 Fototipp: Blick vom Quai du Port mit den Segelmasten und der Basilika im Hintergrund – besonders schön am Morgen!


Willkommen in Marseille, meiner ganz persönlichen Überraschung des Sommers.

Ich gebe zu, Marseille stand nie ganz oben auf meiner Bucket-List. Zu groß, zu wild, zu ungeschliffen – dachte ich. Was für ein Irrtum! Denn genau das ist es, was Marseille so besonders macht: Diese Stadt hat Ecken und Kanten, aber auch Seele. Und wenn man sich ein bisschen treiben lässt, dann entdeckt man Orte, die einem den Atem rauben – im besten Sinne.


Marseille: Wo das echte Leben pulsiert

Mein Startpunkt: der Vieux-Port, der alte Hafen von Marseille. Fischerboote schaukeln neben Segeljachten, Möwen kreischen, und überall riecht es nach Salz, Bouillabaisse und ein bisschen Abenteuer. Hier trinkt man morgens schon Kaffee mit Blick auf das Meer, beobachtet, wie die Stadt langsam wach wird – und ist mittendrin in einem ganz besonderen Lebensgefühl.

Marseille ist keine Stadt, die sich auf Anhieb in Szene setzt. Sie flirtet nicht. Sie ist. Und genau das macht sie so reizvoll. Zwischen Altstadtgassen und Streetart, Gewürzduft und mediterraner Hitze habe ich mich verloren – und gleichzeitig angekommen gefühlt.


Ein Muss: ein Bummel durch das Viertel Le Panier. Alt, schief, charmant. Hier lebt das ursprüngliche Marseille. An jeder Ecke ein anderes kleines Café, bunte Fensterläden, und Türen, die Geschichten erzählen könnten. Manchmal bleibt man einfach stehen – nicht, weil man muss, sondern weil man will. Weil es so schön ist.

Geschäftsfassade mit dem Schild "NATURE ET TENDANCES". Mann sitzt an grünem Tisch. Innenstadtumgebung mit beigen Hausfassaden.
Le Panier: Streetart, Pastellfassaden & echte Marseiller Seele

Restaurant "La Terrasse du Panier", Le Panier👉 Willkommen in der authentischsten Gasse Marseilles! Hier serviert man Fisch mit Charme – und die gute Laune gibt’s gratis dazu.

Streetart Rue Caisserie / Rue Baussenque👉 Marseille liebt Farbe – und zeigt Gesicht. Diese Wand im Herzen von Le Panier ist längst mehr als nur Kunst: sie ist Statement.

Graffiti mit "Vive Le Panier"👉 Risse, Farbe, Geschichte – und ganz viel Seele. Le Panier ist roh, bunt und stolz auf seine Ecken und Kanten.


Nur ein paar Schritte weiter beginnt Le Panier, das älteste Viertel der Stadt. Zwischen den bröckelnden Fassaden verstecken sich kleine Boutiquen, Künstlerateliers und Cafés wie das charmante „Nature et Tendances“ – perfekt für einen Espresso auf dem Klappstuhl.📸 Fototipp: Die typischen Fensterläden und Schriftzüge im warmen Nachmittagslicht – Marseille pur.


Moderne Glasfassade des Museums mit filigranem Dachmuster. Text auf Fenstern: "Ai Weiwei", "Or". Menschen spazieren im Sonnenschein.
Architektur-Highlight: Das MuCEM

Wenn Du moderne Architektur liebst, führt kein Weg am MuCEM (Musée des Civilisations de l'Europe et de la Méditerranée) vorbei. Die perforierte Fassade und die Lichtreflexe auf der Glasfront geben dem Hafen ein futuristisches Flair – ein spannender Kontrast zur alten Stadt.📸 Fototipp: Am späten Nachmittag leuchtet die Fassade besonders intensiv – ideal für geometrische Spiegelungen.



Les Goudes: Postkartenidylle mit rauem Charme

Ein paar Kilometer außerhalb wartet Les Goudes – und es fühlt sich an, als wäre man in einem anderen Universum gelandet. Der Weg dorthin schlängelt sich entlang der Küste, durch karge Felslandschaften, vorbei an versteckten Buchten. Und plötzlich liegt er vor einem: der wohl lässigste Fischerort Südfrankreichs.

In Les Goudes gibt’s keine Hochglanzfassaden, sondern Häuser mit Salzwasserflecken. Keine Beachclubs, sondern Bouillabaisse im Hafenrestaurant – und das in Flipflops. Hier treffen sich Taucher, Einheimische und ein paar Eingeweihte, die genau wissen, dass Les Goudes ein kleiner Schatz ist.

Ich war zur goldenen Stunde da – dieses Licht! Die Sonne sinkt langsam hinter die Felsen, das Meer wird flüssiges Gold, und der kleine Hafen wirkt wie gemalt. Ich konnte gar nicht aufhören zu fotografieren. Und gleichzeitig wollte ich einfach nur sitzen, schauen, ein Glas Rosé trinken und die Stille aufsaugen.

Menschen genießen einen sonnigen Strand; einige schwimmen im klaren blauen Wasser. Im Hintergrund sind Häuser und felsige Hügel zu sehen.
Les Goodes Marseille, France, Grüne Vespa am felsigen Strand. Menschen schwimmen im türkisfarbenen Wasser, bunte Sonnenschirme am Ufer. Sonniger Tag, Berge im Hintergrund.
Les Goudes: Marseilles lässigste Ecke

Am äußersten Zipfel der Stadt liegt Les Goudes – eine Welt für sich. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Kleine Häuschen, Fischerboote, rote Mopeds vor Fischlokalen und das Glitzern des Meeres: Es ist wie eine Postkarte aus den 70ern, nur dass sie heute noch genauso lebt.📸 Fototipp: Der Hafen, die Boote, die knallroten Hauswände – Farben, die schreien: Südfrankreich!


Les Goudes marseille, Rotes Restaurant mit Inschrift "RESTAURANT LE NAUTICA", zwei Mopeds vorne. Grüner Sonnenschirm, Menütafeln, Menschen im Inneren. Französische Flagge.
Meeresfrüchteplatte mit frittiertem Fisch, Muscheln, Dip und Salat. Im Hintergrund roter Stuhl und unscharfe Restaurantgäste.
Kulinarik: Bouillabaisse & Meeresfrüchte mit Aussicht

Mein Restauranttipp: Le Nautica des Goudes. Hier sitzt Du mit Blick aufs Wasser, isst fangfrischen Fisch oder frittierten Tintenfisch und fühlst Dich plötzlich wie eine Filmfigur.📸 Fototipp: Auch Food lässt sich grandios inszenieren – vor allem bei dieser Szenerie!


Boote liegen im Hafen von Les Goodes in Marseille, vor pastellfarbenen Häusern in einer Felslandschaft. Abendstimmung mit beleuchteten Gebäuden spiegelt sich im Wasser.
Les Goudes bei Abendlicht👉 Wenn die Sonne sinkt und die Fenster orange glühen, fühlt sich Les Goudes an wie ein Filmset – nur echter. Ideal für einen Sundowner direkt am Wasser.


Calanques: Türkise Sehnsuchtsorte

Und dann… kam der Moment, auf den ich mich am meisten gefreut hatte: eine Wanderung (oder eher ein Spaziergang) zu einer der Calanques. Für alle, die den Begriff noch nicht kennen: Calanques sind zerklüftete, fjordartige Buchten mit türkisfarbenem Wasser und weißen Kalksteinfelsen – eine Landschaft wie aus einem Traum.

Calanque de Sormiou, Boote im malerischen Hafen vor farbenfrohen Häusern und bewaldeten Hügeln. Klare blaue Himmel und ruhiges Wasser erzeugen eine friedliche Stimmung.
Calanque de Sormiou – gut erreichbar und traumhaft schön.📸 Fototipp: Vom oberen Felsplateau mit Blick in die türkisfarbene Tiefe – einer der spektakulärsten Spots Südfrankreichs.

Ob es nun die Calanque de Sormiou, En-Vau oder Morgiou war, kann ich gar nicht mehr genau sagen – ehrlich gesagt verschwimmen die Namen, aber die Eindrücke bleiben glasklar im Kopf.

Ich stand auf einem Felsen, blickte hinunter auf das fast unwirklich blaue Wasser, spürte den Wind im Gesicht – und wusste: Das ist einer dieser magischen Orte, an denen die Welt kurz stillzustehen scheint.

Tipp: Früh losgehen! Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch, weil das Licht am Vormittag einfach zauberhaft ist. Wer nicht wandern will, kann auch per Boot von Marseille oder Cassis zu den Calanques – aber ich fand den kleinen Fußmarsch durch die duftende Macchia wunderschön.

 


Marseille auf der Leinwand: Rau, sinnlich – und einfach filmreif

Vielleicht kennst Du Marseille schon aus dem Kino – ohne es zu wissen. Denn diese Stadt ist ein echter Filmstar! Nicht so glattgebügelt wie Paris, sondern voller Kontraste, mit dieser rauen Sinnlichkeit, die perfekt für Krimis, große Gefühle und raue Typen ist.

Gérard Depardieu drehte hier zum Beispiel die düstere Netflix-Serie „Marseille“, in der er einen machtbewussten Bürgermeister spielt – natürlich mit dramatischen Hafenblicken und jeder Menge politischer Intrigen.Auch Jean Reno stand schon vor der Kamera in Marseille – die Kulisse passt perfekt zu seiner coolen, unnahbaren Art. Und wer den Klassiker „Taxi“ von Luc Besson kennt (ja, der mit dem durchgeknallten Taxifahrer und den wilden Verfolgungsjagden), wird sich an die steilen Straßen erinnern, in denen sich Marseille von seiner schnellen Seite zeigt.

Und dann wären da noch unzählige französische Filme, in denen Marseille einfach als das dargestellt wird, was es ist: ein Mix aus Straße, Stil und südlichem Lebensgefühl, das irgendwie immer ein bisschen nach Abenteuer riecht.

Kathedrale in Marseille bei klarem Himmel. Menschen spazieren auf breiter Treppe. Moderne und historische Gebäude im Hintergrund.
Echte Filmkulisse: Die Kathedrale La Major

👉 Wie aus einer anderen Welt: Die Kathedrale von Marseille wirkt wie ein Märchenschloss aus Nordafrika – ein echtes architektonisches Statement zwischen Meer und Altstadt

 


Boote im malerischen Hafen von Cassis, vor bunten Häusern. Bunte Flaggen schmücken die Boote, Sonnenschein reflektiert im Wasser. Entspannte Stimmung.
Cassis: Der bunte Abstecher

Extra Tipp: Weniger als 45 Minuten entfernt wartet Cassis mit seinem bunten Hafen und hübschen Cafés auf Dich. Ideal für einen Halbtagesausflug oder einfach nur ein Gläschen Rosé mit Blick auf die Boote.


📸Fototipp: Die pastellfarbenen Häuser und die traditionellen Boote ergeben eine mediterrane Farbpalette vom Feinsten



Reisetipps für Deinen Marseille-Trip

Falls Du jetzt Lust bekommen hast, selbst den Süden mal etwas authentischer zu erleben – hier ein paar Tipps, die Dir den Einstieg erleichtern:

  • Beste Reisezeit: September! Das Meer ist noch warm, die Touristenmassen sind weg, das Licht ist weich und golden.

  • Übernachten: Ich habe in einem kleinen Boutique-Hotel in Hafennähe gewohnt – stylisch, zentral und bezahlbar.

  • Unterwegs sein: Marseille hat gute Öffis, aber ein Mietwagen lohnt sich, wenn Du Les Goudes und die Calanques flexibel erreichen willst.

  • Fotospots: Vieux-Port zum Sonnenaufgang, Les Goudes zum Sonnenuntergang, und natürlich jeder Felsen mit Blick auf eine Calanque.

  • Kulinarik: Bouillabaisse probieren – aber am besten dort, wo auch die Locals essen. Und unbedingt eine frische Socca!



Fazit: Marseille – wild, ehrlich, wunderschön

Diese Region ist wie ein guter französischer Film: manchmal laut, manchmal leise, immer mit Stil – und garantiert kein Mainstream. Wenn Du also echtes Südfrankreich suchst, mit rauem Charme und poetischen Ecken, dann pack die Kamera ein und los.


Folge mir auf Instagram für Tipps und Reisefotos: @skremerphoto oder besuche meine Webseite für aktuelle Reisetipps: www.wanderlustbysusannekremer.com

Alle Bilder und Texte © Susanne Kremer. Keine unautorisierte Nutzung, Vervielfältigung oder Weiterverbreitung ohne meine Zustimmung. Für Lizenzen oder Kooperationen kontaktiere mich unter skremerphoto@gmail.com. Besuche meinen Etsy-Shop: WanderlustSKremer.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page